Viel Übersetzung, wenig Zeit ⌛

Übersetzung_schnell

Sitzt Ihnen auch schon der nächste Liefertermin für die neue Benutzerdokumentation im Nacken?

Oft werden wir mit Großprojekten konfrontiert, die in kurzer Zeit übersetzt werden müssen. Leider wird oft nicht genug Zeit eingeplant für die Erstellung der Technischen Dokumentation und ihre anschließende Übersetzung. Man sollte hier jedoch keine Kompromisse machen: eine gute und rechtssichere Dokumentation und Übersetzung brauchen einen angemessenen Bearbeitungszeitraum.

In manchen Fällen lassen sich solch ungeliebte Projekte aber nicht vermeiden, z. B. wenn dem Kunden hohe Konventionalstrafen drohen oder es gilt, sehr schnell Ausschreibungsunterlagen zu übersetzen. In diesem Fall müssen mehrere Übersetzer parallel am gleichen Auftrag arbeiten. Aber was bedeutet das eigentlich? Je ungünstiger das Verhältnis der Textmenge zur Bearbeitungszeit ist, desto größer werden die Gefahren.

Wo lauern die Gefahren?

  • Inkonsistente Terminologie
  • Abweichungen im Schreibstil
  • Zu geringe Pufferzeiten für Korrekturlesen, Qualitätsverlust
  • Einsatz der Übersetzer erfolgt nach Verfügbarkeit und nicht nach bestmöglicher Eignung
  • Informationsverlust durch zu viele Beteiligte

Oft wird unterschätzt, wie lange ein Übersetzer für einen Text benötigt. Dabei ist man bei einem Großprojekt schnell bei 10 Übersetzern statt der vermuteten 3 bis 4.

Wie schnell ist ein Übersetzer?

Wieviel Wörter kann ein Übersetzer pro Tag schaffen? Bei einer Recherche werden Sie Angaben um die 2.000 Wörter/Tag finden, aber Folgendes muss auch berücksichtigt werden:

  • Nicht immer 100%ige Kapazität möglich durch bestehende Aufträge anderer Kunden
  • Die vertretbare Menge variiert mit dem Schwierigkeitsgrad der Texte
  • Ausfall durch Krankheit oder feste Termine
  • Zeit für Korrekturlesen und Vor-/Nachbearbeitung (z. B. Layout) kommt noch dazu

Um solch kritische Großprojekte in eigentlich zu kurzer Zeit zu bewältigen, sind besondere Fähigkeiten gefragt.

Wie macht man das Beste draus?

Der Übersetzungsdienstleister sollte in der Lage sein,

  • ein Übersetzerteam richtig zusammenzustellen (Fachgebiet, Zuverlässigkeit) und zu organisieren (sinnvolle Textaufteilung, Auslastung),
  • Informationen an alle zentral zu verteilen,
  • Kommunikation zwischen allen Beteiligten sicherzustellen und
  • Inkonsistenzen durch ein zentrales Korrekturlesen zu minimieren.

Dies kann technologisch unterstützt werden, ist aber in erster Linie von dem Organisationstalent, der Erfahrung und der Kommunikationsfähigkeit des Projektmanagers abhängig.

Was können Sie als Kunde tun?

  • Möglichst früh den Textumfang in Erfahrung bringen und mitteilen
  • Vorhandenes Referenzmaterial/Terminologie-Liste zusammenstellen
  • Endtermin kommunizieren und enge Terminpläne nicht aus Angst noch weiter verkürzen
  • Textumfang minimieren (vorher sichten, was gar nicht übersetzt werden muss)
  • Bei sukzessiver Lieferung vorher Prioritäten feststellen
  • Ausgangsdokumente in einem bearbeitbarem Format bereitstellen
  • Ansprechpartner für Rückfragen abstellen

Aber denken Sie bitte immer zweimal darüber nach, ob man nicht doch etwas mehr Zeit investieren kann, denn: Eine Übersetzung, an der mehrere Übersetzer mit Termindruck im Nacken arbeiten mussten, wird bezüglich ihrer Qualität nie mit einer „normalen“ Übersetzung mithalten können. Nicht einmal beim Preis, da der Managementaufwand für das Team und der Korrekturaufwand für eine „Massenübersetzung“ erheblich steigen.
Wir empfehlen, darauf zu achten, dass der Übersetzungsdienstleister nicht nur schöne Versprechungen macht, sondern auch über die Gefahren aufklärt, ein Konzept vorstellt und Sie gut berät.

[von Sandra Bulla]