Übersetzer-ABC

CAT

Warum gibt es eigentlich so viel „CAT Content“ bei Übersetzern? (Auflösung siehe C)

Liebe Blogleser/innen,
wir verabschieden uns von diesem Jahr mit unserem Übersetzer-ABC.

Interessante Blogartikel zu den Themen haben wir am Ende des Artikels verlinkt.

Wir wünschen euch/Ihnen schöne Weihnachten und einen großartigen & heiteren Jahresanfang!

 

 

 

 

  • A wie Ausgangstext (AT). Der Text in einer Ausgangssprache, der in eine Zielsprache übersetzt wird.
  • B wie beglaubigte Übersetzung. Eine beglaubigte Übersetzung wird für den internationalen Rechtsverkehr verwendet (z. B. Urkunden). Sie darf nur von gerichtlich ermächtigten Übersetzern durchgeführt werden und unterliegt besonderen Anforderungen und Vorgaben.
  • C wie Computer-Aided Translation (CAT). Siehe T.
  • D wie Definition. Das A und O guter Terminologiearbeit! Vermeiden sollte man allerdings die Zirkeldefinition (siehe Z).
  • E wie Entlehnung. Eine Form der Benennungsbildung. Bei einer Entlehnung werden Wörter aus einer Sprache in eine andere übernommen.
  • F wie Füllwörter. Wörter wie „einfach“ und „ja“ sind in der Regel unnötig und sollten in Technischer Dokumentation vermieden werden.
  • G wie Gedankenstrich. Darf keinesfalls verwechselt werden mit dem Bindestrich.
  • H wie Hundert-Prozent-Treffer. Zeigt in einem Translation-Memory-System an, dass das Ausgangssegment zuvor schon einmal übersetzt wurde … aber auch Hundert-Prozent-Treffer sind nicht immer 100%ig richtig (Kontext).
  • I wie Inkonsistenz. Inkonsistenzen lassen sich durch gutes Terminologiemanagement minimieren.
  • J wie Jeck. Bei Übersetzungen ist es wichtig, die Sprachvariante der Zielgruppe zu berücksichtigen. Bei Bedienungsanleitungen lautet die Frage oft: „Englisch für die USA oder für Großbritannien?“, „Französisch für Frankreich oder Kanada?“. Bei Werbeslogans kann sogar der Dialekt der jeweiligen Zielgruppe entscheidend sein: „Jede Jeck es anders“, wie der Kölner sagt.
  • K wie Korrekturlesen. Prüfung eines Textes hinsichtlich Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik.
  • L wie Lektorat. Umfasst die formale (vgl. K) und inhaltliche Überprüfung eines Textes.
  • M wie Morphem. Die kleinste bedeutungstragende Spracheinheit.
  • N wie Nominalisierungen. Entstehen zum Beispiel, wenn man aus einem Verb ein Substantiv macht. Nominalisierungen gehen besonders häufig mit bedeutungsschwachen Verben einher, daher sollte man sie in Technischer Dokumentation vermeiden (z. B. Einstellung vornehmen vs. einstellen).
  • O wie Originalbetriebsanleitung. Laut Maschinenrichtlinie müssen die Sprachfassungen, für die der Hersteller (oder sein Bevollmächtigter) die Verantwortung übernimmt, als „Originalbetriebsanleitung“ gekennzeichnet werden.
  • P wie Pseudoübersetzung. Verwenden von Platzhalterzeichen als „Übersetzung“. Dies wird vor allem bei Softwarelokalisierung genutzt, um vor der Übersetzung zu prüfen, ob alle Zeichen richtig dargestellt werden können.
  • Q wie Qualitätssicherung. Im Übersetzungsbereich umfasst die Qualitätssicherung u. a. die sorgfältige Auswahl eines qualifizierten Übersetzers und ein Lektorat des Zieltextes durch einen weiteren qualifizierten Übersetzer.
  • R wie Rückübersetzung. Eine Übersetzung eines bereits übersetzten Textes zurück in die Originalsprache. Eine Methode, die fälschlicherweise auch zur Qualitätssicherung eingesetzt wird, aber so einfach funktioniert Sprache in der Regel nicht.
  • S wie Scheinanglizismus. Sieht englisch aus, hört sich englisch an … hat aber im angelsächsischen Sprachraum eine ganz andere oder schlicht gar keine Bedeutung.
  • T wie Translation Memory. Siehe C.
  • Ue wie Übersetzungsgerechtes Schreiben. Hierbei gilt es, schon bei der Erstellung der Technischen Dokumentation eine spätere Übersetzung zu berücksichtigen. (Dies betrifft u.a. die Konsistenz des Ausgangstextes und bestimmte Vorgaben bei der Gestaltung des Layouts.)
  • V wie Variablen. Textvariablen sollten keinesfalls Text enthalten, der gebeugt werden muss. Lieber nur Produktbezeichnungen wie „XY 2000“ verwenden.
  • W wie Wörter. Die Anzahl der Wörter in einem Text wird zur Berechnung von Preis und Lieferzeit herangezogen. Eine Angabe von Seitenzahlen ist für diese Auskünfte nicht ausreichend.
  • X wie X-te Änderung. Wird der Ausgangstext ständig geändert, während er sich schon in Übersetzung befindet, verursacht das unnötigen Aufwand und führt zu Lieferverzögerungen.
  • Y wie Yard. Nur ein Beispiel für eine ggf. zu lokalisierende Einheit. Bei einer Übersetzung sollte auch geprüft werden, ob z. B. das Maßsystem an das Zielland angepasst werden muss.
  • Z wie Zirkeldefinition. Siehe „C“ und „T“ 😉
    Eine Zirkeldefinition ist eine Definition, die den Begriff, der definiert werden soll, in der Erklärung verwendet.

 Zugehörige Blogartikel:

A: Abkürzungen (AT)
B: Beglaubigungen
C, T, H: CAT, Translation Memory, 100%
D, Z: Definitionen
E, M: Terminologiebildung
F: Füllwörter
G: Gedankenstrich
I: Inkonsistenz
J, U: Zielgruppe, übersetzungsgerechtes Schreiben
K, L: Korrekturlesen
N: Nominalisierung
Q: Qualitätssicherung
S: Scheinanglizismus
V: Variablen
W: Wörter

[vom Translation Team] [Photo by Susen Blaha]

Terminologie, aber wie?

Teil 1: Arten der Terminologiebildung

Nicht jedes Unternehmen ist so gut aufgestellt und verfügt über einen hauseigenen Terminologen. (Lesen Sie hierzu auch über Bonny & die Toasterfabrik.)
Meist müssen Technische Redakteure sich mit den deutschen Fachtermini beschäftigen.

Unsere Toaster-Serie zeigte Ihnen bereits, was Sie bei der Erstellung von Terminologielisten berücksichtigen sollten, was wichtig für Translation-Memory-Systeme ist und dass es einen Verantwortlichen geben sollte.

Aber wie kann eine neue Benennung für ein neues Produkt entstehen? Und was zeichnet eine gute Benennung aus? Der ersten Frage möchten wir heute einmal nachgehen.

Wenn neue Produkte entwickelt oder neue Geräte erfunden werden, müssen diese mit einer Benennung versehen werden. Die Sprachwissenschaft hält verschiedene Methoden der Benennungsbildung bereit. Wir geben ein paar (teils vereinfachte) Beispiele. Und um etwas Sonne in die Vorweihnachtszeit zu bringen, sind hauptsächlich Beispiele aus dem Bereich der Solarenergie dabei 🙂

Bei der Komposition entsteht eine neue Benennung durch Aneinanderreihung von zwei oder mehr Morphemen*: Solar|anlage.

Die Derivation verbindet ein Morphem mit unselbständigen Wortbestandteilen, die z. B. voran- (Präfix) oder nachgestellt (Suffix) sein können: Ver|schatt|ung

Bei der Konversion wird ein Wortstamm oder ein flektiertes (gebeugtes) Wort ohne Veränderung seiner Form in eine andere Wortart überführt:
schweißen (Verb) -> Schweißen (Substantiv)

Als Terminologisierung bzw. Umterminologisierung werden die Fälle bezeichnet, in denen sich die Fachsprache einer Benennung bedient, die in der Gemeinsprache bereits existiert. Die Benennung wird dabei mit einer spezifischen Bedeutung versehen:
Modul, Zelle
Anmerkung: Häufiges Problem hierbei sind auftretende Mehrdeutigkeiten. Bei unseren beiden Beispielen kommt es im Bereich der Solarenergie nicht zu Mehrdeutigkeiten, da die beiden Wörter sehr häufig als Komposition mit „Solar“ verwendet werden (Solarmodul, Solarzelle).

Die Entlehnung findet sprachübergreifend statt. Dabei wird Sprachmaterial aus einer Herkunfts- in die Zielsprache übernommen. Es entstehen Lehnwörter:
Due Diligence, Peakleistung

Bei der Kürzung werden Teile eines bestehenden, meist komplexen Wortes weggelassen. Bei einer Form der Kürzung, der Abkürzung, werden die Anfangsbuchstaben der einzelnen Morpheme, aus denen sich die Benennung zusammensetzt, einzeln geschrieben und ausgesprochen: PV-Anlage

Als Urschöpfung bezeichnet man Benennungen, die nicht aus bereits bestehenden Morphemen hergeleitet sind, sondern lautlich neu gebildet werden. Bekannte allgemeinsprachliche Beispiele sind: simsen, sitt

Dieser sprachwissenschaftlichen Hintergründe ist man sich bei der Terminiologiefindung zwar nicht immer bewusst, sie können – aktiv in den Prozess der Terminologiebildung mit einbezogen – aber dennoch einen Anstoß zu möglichen neuen Benennungen liefern.

Im nächsten Teil dieser Serie zur Terminologiebildung erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl einer guten Benennung für ein neues Produkt ankommt. Nicht verpassen!

* Morphem = kleinste bedeutungstragende Spracheinheit

Vom Translation Team

Top 3 der beliebtesten Fehler in deutschen Bedienungsanleitungen

Tipps für deutsche TexteMan kann eine Menge falsch machen beim Erstellen einer Bedienungsanleitung:
zu wenig Information, zu kompliziert, zu unübersichtlich, nicht rechtssicher.

Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler sind aber auch nicht zu vernachlässigen. Technische Redakteure sollten beim Erstellen von Technischer Dokumentation auch den Aspekt im Auge behalten, dass Anleitungen meist auch Marketinginstrumente sind. Flüchtigkeitsfehler trüben schnell den Gesamteindruck.

Aber wir haben eine gute Nachricht: Diese Fehler sind leicht vermeidbar!

Beim Lektorat deutscher Texte (und während der Qualitätssicherung von Übersetzungen aus dem Deutschen) fällt uns immer wieder auf, dass bestimmte Fehler sich größerer Beliebtheit erfreuen als andere. Zeit also für eine Top 3 und Tipps, wie Sie diese Fehler vermeiden können!

Platz 3: ß vs. ss

Die Rechtschreibreform von 1996 hat die Regelung hierzu stark vereinfacht. Wer sich also unsicher ist, ob ein Wort mit ss oder ß geschrieben wird, kann sich an den folgenden Regeln orientieren:

  • Nach einem langen Vokal oder einem Diphthong (Doppellaut, z. B. „au“) schreibt man ß: Maße, außen, Straße
  • Nach einem kurzen Vokal schreibt man ss: Masse, dass

Bei der Verwendung von Großbuchstaben wird das ß durch SS ersetzt, da es nach den amtlichen Rechtschreibregeln keinen Großbuchstaben für das ß gibt: AUSSEN, STRASSE

Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Punkte, bei denen häufig Unsicherheit herrscht.

Tipps für RechtschreibungUnser Tipp:
Ein Blick in den Duden, Wahrig oder ein anderes Standardwerk zur deutschen Rechtschreibung wird Klarheit schaffen. Meist gibt es ein eigenes Kapitel zu diesem Thema. Wörter, bei denen Sie immer wieder grübeln müssen, können Sie auch auf einen Zettel schreiben und an den Monitor kleben. Noch besser: Malen Sie kleine Bildchen dazu, denn je emotionaler Sie sich mit einem Fehler beschäftigen, desto besser können Sie ihn sich merken.

Platz 2: Anführungszeichen

Das komplette Regelwerk in Sachen Anführungszeichen würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, daher möchten wir nur auf ein paar wichtige Punkte bei der Verwendung hinweisen.

  • Im Deutschen gibt es öffnende und schließende Anführungszeichen. Die öffnenden Anführungszeichen stehen immer unten, die schließenden immer oben.
  • Es gibt gerade und typografische Anführungszeichen („Gänsefüßchen“). Beide sind gängig, sollten aber innerhalb eines Textes nicht gemischt werden.

Anführungszeichen werden u. a. in folgenden Fällen verwendet:

  • Wörtlich wiedergegebene Äußerungen/Zitate
  • Hervorhebung von Wörtern oder Wortgruppen, über die man eine Aussage machen will
  • Ironische Hervorhebungen

Tipps für RechtschreibungUnser Tipp:
Achten Sie vor allem beim Zusammenkopieren aus verschiedenen Quellen darauf, dass nicht verschiedene Arten von Anführungszeichen verwendet werden. Fügen Sie z. B. den kopierten Text ohne Formatierung in den bestehenden ein.

 

 

 

Platz 1: Bindestrich vs. Gedankenstrich

Sehr häufig werden der Bindestrich und der Gedankenstrich verwechselt. Doch diese beiden Zeichen sehen nicht nur unterschiedlich aus, sie werden auch unterschiedlich verwendet:

Der Bindestrich “ ist ein sogenannter Viertelgeviertstrich. Er wird u. a. verwendet, um

  • mehrteilige Wortgruppen zu verbinden – insbesondere, wenn die Zusammensetzung unübersichtlich ist (Mehrzweck-Küchenmaschine),
  • einzelne Bestandteile in Zusammensetzungen hervorzuheben,
  • Wörter am Zeilenende zu trennen
  • bei der Zusammenfassung mehrerer Wörter Wortteile einzusparen (Groß- und Kleinschreibung)

Der Gedankenstrich dagegen „“ ist ein Halbgeviertstrich und damit doppelt so lang wie der Bindestrich. Er wird u. a. verwendet, um

  • eine deutliche Sprech- oder Denkpause zu kennzeichnen,
  • Appositionen, Einschübe oder Nachträge deutlich vom übrigen Text abzugrenzen
  • eine Auslassung (Ellipse) zu kennzeichnen.

In dieser Funktion können an seiner Stelle häufig auch Kommas oder Klammern stehen.

Weiterhin wird der Halbgeviertstrich auch als Bis-Strich und als Streckenstrich verwendet:

Mo.–Fr. 8:00–17:00 Uhr
Kiel – Hamburg – Koblenz

Tipps für RechtschreibungUnser Tipp:
Suchen Sie nach Texterstellung im Dokument nach der Kombination Leerschritt/Bindestrich/Leerschritt. Die Fundstellen können Sie dann über einem Klick auf „Ersetzen“ schnell in einen Gedankenstrich ändern (im Feld „Ersetzen“ die Tastenkombination ALT+0150 drücken und die Leerschritte davor und danach nicht vergessen).

 

 

Haben Sie schon bei sich selbst beobachtet, dass Sie immer wieder die gleichen Fehler machen? Lassen Sie uns wissen, was Ihre Top 3 sind! (Vielleicht haben wir ja noch einen guten Tipp für Sie.)

[von Susen Blaha und Sandra Bulla]

Hinweise zu neuen Blogartikeln und weitere spannende Meldungen aus dem Bereich Übersetzung und Technische Dokumentation finden Sie auf unserem Google+-Profil:
https://plus.google.com/+CONDOKTranslationsHamburg

 

Flirten wie die Worldchampions

Endlich Rosenmontag! Das hört man in Hamburg nicht so oft. Während in anderen Teilen des Landes jetzt beschwipste Menschen tagelang wie selbstverständlich in grauenhaften Polyesterverkleidungen durch die Straßen torkeln, kennt man das hier eigentlich nur von JunggesellInnen auf dem Kiez. Aber ob Kölner Karneval oder Kieztour, bei beiden Happenings trifft man leicht auf internationale Touristen. Wenn Sie sich denen jetzt feuchtfröhlich annähern wollen, denken Sie bitte beim Flirten daran: nicht nur Sie haben sich verkleidet, auch manche unserer Wörter tragen ein englisches Narrenkostüm.

Handy

Es sieht englisch aus. Es hat ein Y am Ende. Ja, tatsächlich ist es ein englisches Wort. Nur, dass es nicht das englische Wort für Mobiltelefon ist.
Fragen Sie also den süßen Australier lieber nicht nach seiner „Handynumber“. Sie werden nur ein Fragezeichen in seinem Gesicht sehen. Und während Sie noch denken, Sie müssten es nur oft und laut genug wiederholen, um die Schlagermusik zu übertönen, wird er Sie für noch betrunkener halten als Sie eh schon sind.

Smoking

So, Sie haben sich als Charly Chaplin verkleidet? Was läge da näher als eine gehörige Portion Humor für die Kontaktaufnahme mit der netten Engländerin einzusetzen?
Wenn Sie vor einer Kneipe mit Nichtraucherschild stehen, versuchen Sie sich lieber nicht an Wortspielen mit „No smoking“.
Während Sie engagiert versuchen, pantomimisch zu erklären, dass Sie aufgrund Ihrer Bekleidung dort nicht rein dürfen (zwinker, zwinker), wird sie Sie wohl nur für einen passionierten Kettenraucher halten. Mit nervösem Augentick.

Scheinanglizismus

„Let me show you my slip“ – oh, jetzt wird’s haarig (no pun intended). Wenn Sie das als Mann in einem – sagen wir mal Clownskostüm – Ihrem Gegenüber vorschlagen, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn darauf mit Belustigung reagiert wird. Nein, das liegt nicht an Ihrem lustigen Clownskostüm. Vermutlich kam Ihre Vorliebe für Damenunterwäsche etwas unverhofft.

Aber mal im Ernst: Wenn Sie schon auf dem Level sind, gehen Sie lieber direkt alleine nach Hause 😉

 

Spaßverderber Scheinanglizismus

Solch vermeintlich englische Wörter, die sich zur internationalen Kommunikation nicht eignen, nennt man Scheinanglizismus. Diese haben im englischen Sprachraum entweder eine andere Bedeutung oder sind schlicht nicht existent. Die oberen drei Beispiele gehören zum ersten Fall. Handy existiert als Adjektiv für handlich/praktisch. Die richtige englische Benennung für den Begriff des Mobiltelefons ist je nach Sprachraum mobile phone oder cell phone. Smoking gibt es natürlich als Rauchen, für das Kleidungsstück wären jedoch dinner jacket oder tuxedo zu verwenden. Bei slip handelt es sich zwar auch um Unterbekleidung, aber nicht um die Unterhose (briefs, panties), sondern um ein Unterkleid für Frauen.

 

 [von Sandra Bulla]

Adventskalender für Technische Redakteure 2014

Hamburg AdventskalenderEs ist wieder so weit: Wir öffnen ab heute jeden Tag ein Päckchen unseres Büro-Adventskalenders.

Damit auch Sie sich freuen können, öffnen wir in unserem Blog auch jeden Tag ein Türchen. Als Technischer Redakteur muss man vieles beachten. Wir rufen daher ein paar Checklistenpunkte (in weihnachtlichem Gewand) in Erinnerung. Kekse bereithalten und viel Spaß!

(Und wer noch mal nachlesen möchte, was es mit dem roten und blauen Weihnachtsmann auf sich hat, kann das hier: Adventskalender 2012)

 

24. Dezember
Check: Sicherheitshinweise

Haben alle Sicherheitshinweise die richtige Klassifizierung?

Sicherheitshinweise

 

23. Dezember
Check:
Grafische Prägnanz

Alle unnötigen Details, die vom Wesentlichen ablenken, entfernt?

Prägnanz

Weiterlesen

Viel Übersetzung, wenig Zeit ⌛

Übersetzung_schnell

Sitzt Ihnen auch schon der nächste Liefertermin für die neue Benutzerdokumentation im Nacken?

Oft werden wir mit Großprojekten konfrontiert, die in kurzer Zeit übersetzt werden müssen. Leider wird oft nicht genug Zeit eingeplant für die Erstellung der Technischen Dokumentation und ihre anschließende Übersetzung. Man sollte hier jedoch keine Kompromisse machen: eine gute und rechtssichere Dokumentation und Übersetzung brauchen einen angemessenen Bearbeitungszeitraum.

In manchen Fällen lassen sich solch ungeliebte Projekte aber nicht vermeiden, z. B. wenn dem Kunden hohe Konventionalstrafen drohen oder es gilt, sehr schnell Ausschreibungsunterlagen zu übersetzen. In diesem Fall müssen mehrere Übersetzer parallel am gleichen Auftrag arbeiten. Aber was bedeutet das eigentlich? Je ungünstiger das Verhältnis der Textmenge zur Bearbeitungszeit ist, desto größer werden die Gefahren.

Wo lauern die Gefahren?

  • Inkonsistente Terminologie
  • Abweichungen im Schreibstil
  • Zu geringe Pufferzeiten für Korrekturlesen, Qualitätsverlust
  • Einsatz der Übersetzer erfolgt nach Verfügbarkeit und nicht nach bestmöglicher Eignung
  • Informationsverlust durch zu viele Beteiligte

Oft wird unterschätzt, wie lange ein Übersetzer für einen Text benötigt. Dabei ist man bei einem Großprojekt schnell bei 10 Übersetzern statt der vermuteten 3 bis 4.

Wie schnell ist ein Übersetzer?

Wieviel Wörter kann ein Übersetzer pro Tag schaffen? Bei einer Recherche werden Sie Angaben um die 2.000 Wörter/Tag finden, aber Folgendes muss auch berücksichtigt werden:

  • Nicht immer 100%ige Kapazität möglich durch bestehende Aufträge anderer Kunden
  • Die vertretbare Menge variiert mit dem Schwierigkeitsgrad der Texte
  • Ausfall durch Krankheit oder feste Termine
  • Zeit für Korrekturlesen und Vor-/Nachbearbeitung (z. B. Layout) kommt noch dazu

Um solch kritische Großprojekte in eigentlich zu kurzer Zeit zu bewältigen, sind besondere Fähigkeiten gefragt.

Wie macht man das Beste draus?

Der Übersetzungsdienstleister sollte in der Lage sein,

  • ein Übersetzerteam richtig zusammenzustellen (Fachgebiet, Zuverlässigkeit) und zu organisieren (sinnvolle Textaufteilung, Auslastung),
  • Informationen an alle zentral zu verteilen,
  • Kommunikation zwischen allen Beteiligten sicherzustellen und
  • Inkonsistenzen durch ein zentrales Korrekturlesen zu minimieren.

Dies kann technologisch unterstützt werden, ist aber in erster Linie von dem Organisationstalent, der Erfahrung und der Kommunikationsfähigkeit des Projektmanagers abhängig.

Was können Sie als Kunde tun?

  • Möglichst früh den Textumfang in Erfahrung bringen und mitteilen
  • Vorhandenes Referenzmaterial/Terminologie-Liste zusammenstellen
  • Endtermin kommunizieren und enge Terminpläne nicht aus Angst noch weiter verkürzen
  • Textumfang minimieren (vorher sichten, was gar nicht übersetzt werden muss)
  • Bei sukzessiver Lieferung vorher Prioritäten feststellen
  • Ausgangsdokumente in einem bearbeitbarem Format bereitstellen
  • Ansprechpartner für Rückfragen abstellen

Aber denken Sie bitte immer zweimal darüber nach, ob man nicht doch etwas mehr Zeit investieren kann, denn: Eine Übersetzung, an der mehrere Übersetzer mit Termindruck im Nacken arbeiten mussten, wird bezüglich ihrer Qualität nie mit einer „normalen“ Übersetzung mithalten können. Nicht einmal beim Preis, da der Managementaufwand für das Team und der Korrekturaufwand für eine „Massenübersetzung“ erheblich steigen.
Wir empfehlen, darauf zu achten, dass der Übersetzungsdienstleister nicht nur schöne Versprechungen macht, sondern auch über die Gefahren aufklärt, ein Konzept vorstellt und Sie gut berät.

[von Sandra Bulla]

Happy Halloween – Top 5 der gruseligsten Übersetzungssituationen

Halloween Translation ContextEs ist Zeit sich zu gruseln! Es gibt so manche Ausgangstextsituation, da läuft es uns Übersetzern kalt den Rücken herunter… unsere Augen fangen an zu zucken und manchmal reicht es sogar für ein werwolfähnliches Geheule. Hier sind unsere Top-5-Situationen, in denen Helga zu Hulk und Henry zu Hyde werden.

 

5 Die Aneinanderreihungen des Grauens

Der bei deutschen Technikern beliebte Telegrammstil lässt so manchem Übersetzer das Blut in den Adern gefrieren. Ein Substantiv folgt dem anderen, herzlos nebeneinander gestellt, ohne Bindestriche, Kommas oder andere versöhnliche Verbindungselemente.

Halloween BahSchockgefriereinheit Blut Nebenanlage

 

 

Halloween HappyBlut-Schockgefriereinheit, Nebenanlage

 

 

Halloween Happy Nebenanlage der Schockgefriereinheit für Blut

 

Weiterlesen

Heute ist Internationaler Übersetzertag!

Nach Tag der Piratensprache und Europäischem Tag der Sprache nun das Highlight der Sprachentage im September: unser eigener Feiertag!

Wie kam es dazu, dass der 30. September zum internationalen Feiertag der Übersetzer wurde?
Der internationale Übersetzerverband FIT wählte hierfür den Todestag des heiligen Hieronymus. Dieser fertigte viele Übersetzungen, auch eine berühmte Bibelübersetzung in die lateinische Sprache, an. Hieronymus gilt als Schutzpatron der Übersetzer.

Übersetzertag

Weiterlesen

Arr! Talk Like A Pirate Day*

ÜbersetzerpiratAls ich diesen Morgen ins Büro kam und mit meinem Haken an der Tür hängen blieb, wusste ich, dass etwas anders war.

„Ahoi, Kameraden! Alle Mann an Deck!“, hörte ich mich sagen.

„Alle Klugschwätzer zum Rapport antreten – was liegt heute an?“

– „Käpt’n, mehrere Übersetzungen, unter anderem von einem Rescue Manual.“

Ja, versenk mich doch! Welcher Küstenschiffer hatte sich das denn nu wieder ausgedacht? Wer einmal über die Planke gegangen ist, wird nicht mehr gerettet!
Eine Anleitung zur Rum-Herstellung wäre mir jetzt lieber gewesen.

„Na gut, dann Anker lichten und volle Kraft voraus! Aber im Schweinsgalopp – Hopp! Hopp!“

„Aye, aye Käpt’n!“

Während ich den Jolly Roger am Garderobenständer hisste, ließ ich die Crew einen schönen Shanty anstimmen, mehrsprachig versteht sich.

Ein Leichtmatrose meldete bald die Fertigstellung eines Lektorats. Natürlich ließ ich es mir als Käpt’n nicht nehmen, den Text noch einmal persönlich zu prüfen.
Beim Klabautermann! Sofort hatte ich einen Rechtschreibfehler entdeckt, stand da doch tatsächlich warr in der ersten Zeile.
„Sag mal, das sieht doch jeder, dass das Harr! heißen müsste! Bist Du etwa auf einem Auge blind, Matrose?“
Ein Auge blinzelte mich verständnislos an. Verdammt, die Augenklappe hatte ich ganz übersehen. Trotzdem, Strafe muss sein. Während ich noch zwischen den Möglichkeiten Kielholen und Deck schrubben abwog, rief ein Pfeffersack an und wollte mir einen vollautomatischen Maschinenübersetzer verkaufen, der meine ganze Crew ersetzen könne.

„Arrgh!“  [„Arrgh!“, wiederholte der Papagei auf meiner Schulter.]
„Dich werd ich zu den Haien schicken!“, rief ich ihm zu und legte auf. Was für ein Frevel, meine Crew war unersetzlich.

Es wurde Zeit für ein Wort der Motivation, ich stampfte kurz mit dem Holzbein auf, um mir Gehör zu verschaffen:
„Avast, liebe Likedeeler! Auf zur Schatzinsel – dort wartet schon der verdiente Feierabend auf uns!“

„Und wie kommen wir dorthin, Käpt’n?“

„Na, übersetzen!“

 

… yo-ho-ho – und so endete bald ein weiterer Tag auf dem Schiff des Translation Teams …

* Am 19. September ist Talk Like A Pirate Day. Es gibt ja so viele skurrile Feiertage, aber an denen mit Sprachbezug kommen wir einfach nicht vorbei. Und an Piraten als Hamburger schon gar nicht.
Aber keine Angst, ihr Landratten, an allen anderen Tagen geht es bei uns dann doch herzlicher zu  😉 .

[von Sandra Bulla]