Praxistipps für Ihren Terminologieleitfaden: Definitionen

Technische Terminologie DefinitionNeues vom Terminologie-Toaster: Begriffsklärung – so liegen Sie definitiv richtig!

In unserem letzten Beitrag zum Thema Terminologie wurde sie schon kurz erwähnt: die Definition.
Heute erklären wir, warum sie so wichtig ist und welche Aspekte es zu beachten gibt.

 

Insbesondere bei Fachbegriffen in der Technischen Dokumentation ist es sinnvoll und wichtig, den Einträgen in der Terminologieliste Definitionen hinzuzufügen, um Missverständnissen und Verständnisschwierigkeiten vorzubeugen. Dies ist nicht nur hilfreich für die Übersetzer, sondern auch für alle Mitarbeiter innerhalb Ihres Unternehmens, denn nicht selten stellt sich die Frage, ob eigentlich das Gleiche gemeint ist oder ob wirklich zwei verschiedene Benennungen notwendig sind.
Auch ist eine adäquate Übersetzung in eine oder mehrere Fremdsprachen in der Regel nur möglich, wenn zuvor eine Definition festgelegt wurde.
Alles in allem kommt es durch die Festlegung von Definitionen zu weniger Missverständnissen und Rückfragen und letztlich wird hierdurch auch das Risiko möglicher Fehlbedienungen eingeschränkt.

Definitionsregeln

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Begriff zu definieren. Vor dem Hintergrund des Übersetzungsprozesses eignet sich besonders die Inhaltsdefinition für die mehrsprachige Erfassung von Terminologie. Dies ist eine Definition, die den Oberbegriff nennt und diesen dann mithilfe von bestimmten Merkmalen einschränkt.

Beispiel: Ein Toaster ist ein elektrisches Gerät zum Rösten von Brot.

Unbedingt zu vermeiden sind hierbei sogenannte „Zirkeldefinitionen“. Das sind Definitionen, die den Begriff, der definiert werden soll, in der Erklärung verwenden.

Beispiel: Eine Brotschneidemaschine ist eine Maschine, mit der Brot geschnitten wird.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Definition weder zu eng noch zu weit gefasst ist. Dabei gilt es, die Definition so kurz wie möglich und so lang wie nötig zu halten.

Spezialfall Komposita

Das Deutsche bietet uns die Möglichkeit, durch Kombination zweier oder mehrerer Wörter neue Wörter (sogenannte Komposita) zu bilden. Dies funktioniert natürlich nicht nur mit bestehenden, etablierten Wortkombinationen, sondern auch mit Neuschöpfungen, die spontan gebildet werden.
Für deutsche Muttersprachler ist das ungemein praktisch, aber so manchen Übersetzer haben diese Komposita schon zur Verzweiflung getrieben, denn die Beziehungen der Wortteile eines Kompositums untereinander sind nicht immer gleich motiviert und daher für Nicht-Muttersprachler oft nicht eindeutig erkennbar.

Beispiel:
Brotkorb – Korb für Brot
Weidenkorb – Korb aus Weide

Denken Sie immer daran: Übersetzer sind zwar Sprachexperten, aber sie sind nicht so mit Ihren speziellen Geräteteilen vertraut wie Sie und die deutschen Kombinationsmöglichkeiten sind oft schwer durchschaubar. Mit Definitionen schaffen Sie Klarheit!

[von Susen Blaha]