Terminologiedatenbanken: Der Schlüssel zu Qualität und Kosteneinsparungen

Sie haben richtig gelesen: Sie können bei der Übersetzung Ihrer Technischen Dokumentation Kosten sparen, ohne dass die Qualität Ihrer Übersetzungen darunter leidet – eine Terminologiedatenbank* macht’s möglich!

Wenn wir Ihre Neugier geweckt haben, dann lesen Sie bitte weiter. Wir erklären Ihnen, was genau unter einer Terminologiedatenbank zu verstehen ist, welche Vorteile sie für Ihr Unternehmen bietet und wie wir Ihnen als spezialisierter Partner zur Seite stehen können.

Terminology as a key

Eine Terminologiedatenbank als Schlüssel

Eine Terminologiedatenbank oder Terminologieliste enthält die Hauptterminologie (und idealerweise die dazugehörigen Übersetzungen) Ihres Unternehmens. Die am häufigsten verwendeten Fachbegriffe aus Ihren Produktbeschreibungen und technischen Dokumenten sowie firmenspezifische Benennungen werden aufgelistet und mit Definitionen, Erläuterungen und/oder Hinweisen zur Verwendung versehen. Wie wir bereits in unserer Serie „Praxistipps für Ihren Terminologieleitfaden: Basisinfos für Excel-Listen und Definitionen“ erläutert haben, werden Fachbegriffe und Benennungen in einer Excel-Liste oder Terminologiedatenbank klar definiert, was Fehldeutungen und Missverständnissen im Ausgangstext vorbeugt und Klarheit schafft. Und das spiegelt sich zugleich in konsistenten Übersetzungen wider.

Einheitliche Terminologie spielt eine große Rolle

Sie kennen das Szenario vielleicht: Jeder Unternehmensbereich (von der Entwicklung und Konstruktion bis hin zur Marketingabteilung) verwendet eine andere Benennung für ein und dasselbe Teil und in der Redaktion fällt es dann schwer, die unterschiedlichen Textvorlagen unter einen Hut zu bringen, weil es keine einheitlichen Vorgaben gibt. Manchmal fallen solche Probleme leider auch erst nach Fertigstellung der Dokumentation (z. B. durch Rückfragen von Übersetzern) auf.
Wenn Sie schon einmal in der Situation waren, nachträglich Terminologie in bestehenden Dokumenten vereinheitlichen zu müssen, dann wissen Sie, wie viel Zeit das in Anspruch nehmen kann. Von den zusätzlichen Kosten ganz zu schweigen.
Genau hier ist die Erstellung einer Terminologiedatenbank mehr als empfehlenswert, um Ihren Arbeitsalltag zu vereinfachen und den Erfolg Ihrer Produkte im Ausland zu gewährleisten.

Ein paar weitere überzeugende Gründe

Einheitliche Terminologie ist ein Bestandteil Ihrer Dokumentation und eine sinnvolle Maßnahme, um die (sprachübergreifende) Kommunikation effizienter zu gestalten. Auf diese Weise kann die Fachkommunikation sowohl zwischen den Mitarbeitern als auch mit den Kunden vereinfacht und verbessert werden, die Qualität Ihrer Produktdokumentation wird gewährleistet und Übersetzungskosten werden langfristig reduziert.

Corporate Image: Eine Terminologiedatenbank leistet einen wichtigen Beitrag zur Kommunikation und zum Informationsaustausch zwischen Ihrem Unternehmen und Ihren Kunden, sodass Ihr Image und das Vertrauen in Ihr Unternehmen gestärkt werden. Zusätzlich kann eine solche Terminologieliste auch Ihren SEO-Maßnahmen dienen: Sowohl beim Unterstützen der Leser mit Erläuterungen zu Ihren Produkten als auch bei den untereinander vernetzten Verlinkungen, die auf natürliche Weise eine gesteigerte Relevanz für Suchmaschinen schaffen.

Produktivität: Wenn sich die (wiederholte) Diskussion über bestimmte Benennungen erübrigt, spart das Zeit. In einer Terminologiedatenbank wird festgelegt, welche Benennungen angewendet werden sollen und welche zu vermeiden sind, und die zusätzlichen Erläuterungen beugen zudem Rückfragen vonseiten der Übersetzer vor. Es kann schneller und genauer gearbeitet werden und „ganz nebenbei“ entstehen so aus konsistenten Ausgangstexten konsistente Übersetzungen.

Qualität: Die Erstellung einer Terminologiedatenbank ist der erste Schritt im Lokalisierungs-/Übersetzungsprozess Ihrer Dokumentation. Dadurch werden die internationale Vermarktung Ihrer Produkte sowie Ihre Produkt- und Markenbotschaften unterstützt. Je konsistenter Ihre Dokumentation ist, desto verständlicher für (potenzielle) Kunden, preiswerter in Hinsicht auf Übersetzungen und effektiver bei den Bearbeitungszeiten. So wird sichergestellt, dass Ihre Qualitätsanforderungen erfüllt werden.

Kosten: Ungeachtet der Tatsache, dass das Erstellen einer Terminologiedatenbank eine mühsame Aufgabe ist, sind die großen Vorteile langfristig zu sehen. Da die Konsistenz Ihrer Dokumentation auch für verkürzte Bearbeitungszeiten sorgt, führt sie indirekt zu Kosteneinsparungen. Zudem können Überarbeitungen einer fehlerhaften Terminologie bei Ihrer Dokumentation (mitunter hohe) Mehrkosten verursachen. Termbanken schaffen hier Klarheit und verringern unnötige Mehrarbeit, indem sie u. a. Konstrukteuren, Redakteuren und Übersetzern als Referenz dienen.

Condok – der Partner an Ihrer Seite

Wir erstellen auf Wunsch aus Ihren Unternehmenstexten per Termextraktion eine Liste möglicher Begriffe und legen damit eine mehrsprachige Terminologiedatenbank für Sie an. Die Terminologiedatenbank dient der Speicherung von Fachbegriffen mit den dazugehörigen Informationen und ermöglicht eine unproblematische Verwaltung und Integration in den Übersetzungsprozess. Diese Terminologiedatenbank hilft bei der korrekten Anwendung der Terminologie in Ihren Übersetzungen, was langfristig die Kosten senkt und die Qualität steigert.

Gerne beraten wir Sie rund um das Thema Terminologiearbeit. Sprechen Sie uns an!

* in Verbindung mit einem Translation-Memory-System

[von Leire Ibáñez Segura]

Übersetzer-ABC

CAT

Warum gibt es eigentlich so viel „CAT Content“ bei Übersetzern? (Auflösung siehe C)

Liebe Blogleser/innen,
wir verabschieden uns von diesem Jahr mit unserem Übersetzer-ABC.

Interessante Blogartikel zu den Themen haben wir am Ende des Artikels verlinkt.

Wir wünschen euch/Ihnen schöne Weihnachten und einen großartigen & heiteren Jahresanfang!

 

 

 

 

  • A wie Ausgangstext (AT). Der Text in einer Ausgangssprache, der in eine Zielsprache übersetzt wird.
  • B wie beglaubigte Übersetzung. Eine beglaubigte Übersetzung wird für den internationalen Rechtsverkehr verwendet (z. B. Urkunden). Sie darf nur von gerichtlich ermächtigten Übersetzern durchgeführt werden und unterliegt besonderen Anforderungen und Vorgaben.
  • C wie Computer-Aided Translation (CAT). Siehe T.
  • D wie Definition. Das A und O guter Terminologiearbeit! Vermeiden sollte man allerdings die Zirkeldefinition (siehe Z).
  • E wie Entlehnung. Eine Form der Benennungsbildung. Bei einer Entlehnung werden Wörter aus einer Sprache in eine andere übernommen.
  • F wie Füllwörter. Wörter wie „einfach“ und „ja“ sind in der Regel unnötig und sollten in Technischer Dokumentation vermieden werden.
  • G wie Gedankenstrich. Darf keinesfalls verwechselt werden mit dem Bindestrich.
  • H wie Hundert-Prozent-Treffer. Zeigt in einem Translation-Memory-System an, dass das Ausgangssegment zuvor schon einmal übersetzt wurde … aber auch Hundert-Prozent-Treffer sind nicht immer 100%ig richtig (Kontext).
  • I wie Inkonsistenz. Inkonsistenzen lassen sich durch gutes Terminologiemanagement minimieren.
  • J wie Jeck. Bei Übersetzungen ist es wichtig, die Sprachvariante der Zielgruppe zu berücksichtigen. Bei Bedienungsanleitungen lautet die Frage oft: „Englisch für die USA oder für Großbritannien?“, „Französisch für Frankreich oder Kanada?“. Bei Werbeslogans kann sogar der Dialekt der jeweiligen Zielgruppe entscheidend sein: „Jede Jeck es anders“, wie der Kölner sagt.
  • K wie Korrekturlesen. Prüfung eines Textes hinsichtlich Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik.
  • L wie Lektorat. Umfasst die formale (vgl. K) und inhaltliche Überprüfung eines Textes.
  • M wie Morphem. Die kleinste bedeutungstragende Spracheinheit.
  • N wie Nominalisierungen. Entstehen zum Beispiel, wenn man aus einem Verb ein Substantiv macht. Nominalisierungen gehen besonders häufig mit bedeutungsschwachen Verben einher, daher sollte man sie in Technischer Dokumentation vermeiden (z. B. Einstellung vornehmen vs. einstellen).
  • O wie Originalbetriebsanleitung. Laut Maschinenrichtlinie müssen die Sprachfassungen, für die der Hersteller (oder sein Bevollmächtigter) die Verantwortung übernimmt, als „Originalbetriebsanleitung“ gekennzeichnet werden.
  • P wie Pseudoübersetzung. Verwenden von Platzhalterzeichen als „Übersetzung“. Dies wird vor allem bei Softwarelokalisierung genutzt, um vor der Übersetzung zu prüfen, ob alle Zeichen richtig dargestellt werden können.
  • Q wie Qualitätssicherung. Im Übersetzungsbereich umfasst die Qualitätssicherung u. a. die sorgfältige Auswahl eines qualifizierten Übersetzers und ein Lektorat des Zieltextes durch einen weiteren qualifizierten Übersetzer.
  • R wie Rückübersetzung. Eine Übersetzung eines bereits übersetzten Textes zurück in die Originalsprache. Eine Methode, die fälschlicherweise auch zur Qualitätssicherung eingesetzt wird, aber so einfach funktioniert Sprache in der Regel nicht.
  • S wie Scheinanglizismus. Sieht englisch aus, hört sich englisch an … hat aber im angelsächsischen Sprachraum eine ganz andere oder schlicht gar keine Bedeutung.
  • T wie Translation Memory. Siehe C.
  • Ue wie Übersetzungsgerechtes Schreiben. Hierbei gilt es, schon bei der Erstellung der Technischen Dokumentation eine spätere Übersetzung zu berücksichtigen. (Dies betrifft u.a. die Konsistenz des Ausgangstextes und bestimmte Vorgaben bei der Gestaltung des Layouts.)
  • V wie Variablen. Textvariablen sollten keinesfalls Text enthalten, der gebeugt werden muss. Lieber nur Produktbezeichnungen wie „XY 2000“ verwenden.
  • W wie Wörter. Die Anzahl der Wörter in einem Text wird zur Berechnung von Preis und Lieferzeit herangezogen. Eine Angabe von Seitenzahlen ist für diese Auskünfte nicht ausreichend.
  • X wie X-te Änderung. Wird der Ausgangstext ständig geändert, während er sich schon in Übersetzung befindet, verursacht das unnötigen Aufwand und führt zu Lieferverzögerungen.
  • Y wie Yard. Nur ein Beispiel für eine ggf. zu lokalisierende Einheit. Bei einer Übersetzung sollte auch geprüft werden, ob z. B. das Maßsystem an das Zielland angepasst werden muss.
  • Z wie Zirkeldefinition. Siehe „C“ und „T“ 😉
    Eine Zirkeldefinition ist eine Definition, die den Begriff, der definiert werden soll, in der Erklärung verwendet.

 Zugehörige Blogartikel:

A: Abkürzungen (AT)
B: Beglaubigungen
C, T, H: CAT, Translation Memory, 100%
D, Z: Definitionen
E, M: Terminologiebildung
F: Füllwörter
G: Gedankenstrich
I: Inkonsistenz
J, U: Zielgruppe, übersetzungsgerechtes Schreiben
K, L: Korrekturlesen
N: Nominalisierung
Q: Qualitätssicherung
S: Scheinanglizismus
V: Variablen
W: Wörter

[vom Translation Team] [Photo by Susen Blaha]

Terminologie, aber wie?

Teil 1: Arten der Terminologiebildung

Nicht jedes Unternehmen ist so gut aufgestellt und verfügt über einen hauseigenen Terminologen. (Lesen Sie hierzu auch über Bonny & die Toasterfabrik.)
Meist müssen Technische Redakteure sich mit den deutschen Fachtermini beschäftigen.

Unsere Toaster-Serie zeigte Ihnen bereits, was Sie bei der Erstellung von Terminologielisten berücksichtigen sollten, was wichtig für Translation-Memory-Systeme ist und dass es einen Verantwortlichen geben sollte.

Aber wie kann eine neue Benennung für ein neues Produkt entstehen? Und was zeichnet eine gute Benennung aus? Der ersten Frage möchten wir heute einmal nachgehen.

Wenn neue Produkte entwickelt oder neue Geräte erfunden werden, müssen diese mit einer Benennung versehen werden. Die Sprachwissenschaft hält verschiedene Methoden der Benennungsbildung bereit. Wir geben ein paar (teils vereinfachte) Beispiele. Und um etwas Sonne in die Vorweihnachtszeit zu bringen, sind hauptsächlich Beispiele aus dem Bereich der Solarenergie dabei 🙂

Bei der Komposition entsteht eine neue Benennung durch Aneinanderreihung von zwei oder mehr Morphemen*: Solar|anlage.

Die Derivation verbindet ein Morphem mit unselbständigen Wortbestandteilen, die z. B. voran- (Präfix) oder nachgestellt (Suffix) sein können: Ver|schatt|ung

Bei der Konversion wird ein Wortstamm oder ein flektiertes (gebeugtes) Wort ohne Veränderung seiner Form in eine andere Wortart überführt:
schweißen (Verb) -> Schweißen (Substantiv)

Als Terminologisierung bzw. Umterminologisierung werden die Fälle bezeichnet, in denen sich die Fachsprache einer Benennung bedient, die in der Gemeinsprache bereits existiert. Die Benennung wird dabei mit einer spezifischen Bedeutung versehen:
Modul, Zelle
Anmerkung: Häufiges Problem hierbei sind auftretende Mehrdeutigkeiten. Bei unseren beiden Beispielen kommt es im Bereich der Solarenergie nicht zu Mehrdeutigkeiten, da die beiden Wörter sehr häufig als Komposition mit „Solar“ verwendet werden (Solarmodul, Solarzelle).

Die Entlehnung findet sprachübergreifend statt. Dabei wird Sprachmaterial aus einer Herkunfts- in die Zielsprache übernommen. Es entstehen Lehnwörter:
Due Diligence, Peakleistung

Bei der Kürzung werden Teile eines bestehenden, meist komplexen Wortes weggelassen. Bei einer Form der Kürzung, der Abkürzung, werden die Anfangsbuchstaben der einzelnen Morpheme, aus denen sich die Benennung zusammensetzt, einzeln geschrieben und ausgesprochen: PV-Anlage

Als Urschöpfung bezeichnet man Benennungen, die nicht aus bereits bestehenden Morphemen hergeleitet sind, sondern lautlich neu gebildet werden. Bekannte allgemeinsprachliche Beispiele sind: simsen, sitt

Dieser sprachwissenschaftlichen Hintergründe ist man sich bei der Terminiologiefindung zwar nicht immer bewusst, sie können – aktiv in den Prozess der Terminologiebildung mit einbezogen – aber dennoch einen Anstoß zu möglichen neuen Benennungen liefern.

Im nächsten Teil dieser Serie zur Terminologiebildung erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl einer guten Benennung für ein neues Produkt ankommt. Nicht verpassen!

* Morphem = kleinste bedeutungstragende Spracheinheit

Vom Translation Team

Terminologie – Wer hat den Hut auf? [Westernausgabe]

Terminologie HutBad Segeberg, 9 Uhr, die Sonne brennt.

Johnny
ist Chef der Konstruktion in der Toasterfabrik. Wie jeden ersten Montag im Monat war er auf dem Weg zur großen Besprechung. Eine konstruktive Änderung wurde vorgenommen, sodass der Toastvorgang nicht mehr mit dem Einrasthebel, sondern mit einer eigenen Drucktaste abgebrochen wird. Zu oft schon war der Koch im Saloon mit dem Ärmel am Gerät hängen geblieben und hatte dabei den umgefallenen Toaster zu nah ans angrenzende Spülbecken gebracht.

Clint begrüßte ihn gut gelaunt am Versammlungstisch. Der Technische Redakteur hatte den Saloon gebucht, weil er zwecks Usability Testing sowieso noch mit dem Koch reden musste.

Johnny pinnte die Konstruktionszeichnungen an die staubige Bretterwand. „Hier befindet sich die neue Drucktaste. Abbruch über den Einrasthebel ist nicht länger nötig.“

„Einrasthebel?“, wunderte sich Henry aus der Vertriebsabteilung.

„Er meint die Absenktaste“, sagte Clint und nahm augenrollend einen Schluck Whiskey, um seine Nerven zu beruhigen. Wie oft hatte er dieses Gespräch schon geführt.

„Nun, es ist ein Hebel, der einrastet“, grummelte Johnny.

„Für die Benutzer ist es die Taste, die den Toast absenkt“, erwiderte Clint und nahm einen zweiten Schluck.

Henry, der inzwischen seine Füße auf dem Tisch geparkt hatte und Dollarbündel zählte, mischte sich ins Streitgespräch ein: „Ich war sowieso immer schon der Meinung, man sollte das Teil ‚der Vollstrecker‘ nennen.“

Fassungslose Gesichter starrten Henry an. Eine Steppenhexe wehte vorbei.

„Ja, überlegt doch mal! Sowas lässt sich bei Produktpräsentationen doch viel besser verkaufen … ‚der Vollstrecker schickt Ihren Toast in die feurig-heiße Hölle hinab bis er schön geröstet ist‘ … die Cowboys stehen auf Nervenkitzel … Noch nie was von Corporate Language gehört? Wir sollten das alles mal an den Zeitgeist anpassen.“

12 Uhr mittags: Showdown
Plötzlich flogen die Saloontüren geräuschvoll auf und eine im Gegenlicht kaum erkennbare Gestalt feuerte zwei Schüsse in die Luft. „Bestehende Terminologie wird nicht geändert!“, verkündete sie. Der goldene Sheriffstern leuchtete eindrucksvoll an ihrem Hut. Sie kam herüber, beugte sich runter zu Clint und vergewisserte sich: „‚Absenktaste‘ steht doch sicher schon in allen Dokumenten?“ Clint nickte eifrig.

„Und Sie sind?“, fragte Henry herausfordernd.

Bonny, Terminologin und die Lösung all Ihrer Probleme.“

Sie setzte sich und lächelte als sie sagte: „Und jetzt kümmern wir uns erst einmal um die neue Drucktaste.“

 

Epilog
Unsere Westernfiguren, die die einzelnen Abteilungen repräsentieren, sind natürlich überzeichnet. Aber sie illustrieren, dass es verschiedene Sichtweisen und Motivationen geben kann, wie etwas benannt werden sollte. Konsistente Terminologie ist wichtig, um die firmeneigene Kommunikation zu vereinfachen. Alle relevanten Abteilungen sollten sich einbringen dürfen, aber am Ende muss jemand stehen, der den (Sheriff-)Hut auf hat. Diese Person muss sich darum kümmern, dass Benennungen funktional und konsistent gebildet sind. Sie muss dafür sorgen, dass (neue) Termini früh durchdacht und festgelegt werden. Terminologie-Änderungen verursachen Aufwand. Ganz besonders gilt das, wenn auch noch Übersetzungen in mehrere Sprachen eine Rolle spielen (auch für jede Sprache muss eine geeignete Person den Hut auf haben). Änderungen am Ausgangstext verhindern 100 %-Treffer aus Translation Memorys (TM). Änderungen an fremdsprachiger Terminologie müssten im gesamten TM-Bestand gemacht werden; bei modularen Updates alter Handbücher käme es zu Terminologie-Chaos.

Wer grundlos nachträglich ändert oder ständig ändert, schießt sich ins eigene Bein.

[Anmerkung der Autorin: Es hat sich gezeigt, dass Besprechungen ohne Whiskey und Feuerwaffen produktiver ausfallen.]

[von Sandra Bulla]

Translation Memorys: wo Fachwörter Verstecken spielen

Terminologie_TurmDirk Doku ist Technischer Redakteur. Er wundert sich manchmal über die Übersetzungen, die er bekommt, weil nicht immer alle Fachtermini konsistent übersetzt wurden. Er hört dann vom Übersetzungsdienstleister oft, dass das Anlegen und Pflegen einer Terminologiedatenbank nötig wäre, um höhere Konsistenz zu erreichen. „Sie arbeiten doch mit Translation Memorys, dafür werden die doch eingesetzt.“, ist seine Vorstellung.
Dirk Doku hat Recht, diese Übersetzungsdatenbanken sind auch sehr wichtig für die Textkonsistenz in Technischer Dokumentation, allerdings können diese in Sachen Terminologiekonsistenz nicht alles leisten. Wieso das so ist, wollen wir für Dirk und alle anderen Wissensdurstigen heute veranschaulichen. Weiterlesen

Praxistipps für Ihren Terminologieleitfaden: Bedeutungsschwache Verben

Terminologie Verben Vermeiden Sie in Ihrer Liste allgemeine oder bedeutungsschwache Verben.

Die mehrsprachige Erfassung allgemeiner und/oder bedeutungsschwacher Verben ist in der Regel nur wenig hilfreich, wenn es um Technische Dokumentation geht.
Im Rahmen der Terminologieprüfung führen diese Einträge meist zu vielen Falschmeldungen, da hierfür in der jeweiligen Fremdsprache je nach Kontext viele verschiedene Varianten/Konstruktionen zur Verfügung stehen können. Beschränken Sie sich bei der Auswahl der Einträge besser auf Fachbegriffe, die für Ihre Produkte oder Ihren Unternehmensbereich zentral sind.

Bedeutungsschwache Verben sind z. B.: haben, machen, tun, geben, nehmen, bringen, gehen, kommen, ausführen, dienen, durchführen, erfolgen, stattfinden, vornehmen etc. Weiterlesen

Praxistipps für Ihren Terminologieleitfaden: Definitionen

Technische Terminologie DefinitionNeues vom Terminologie-Toaster: Begriffsklärung – so liegen Sie definitiv richtig!

In unserem letzten Beitrag zum Thema Terminologie wurde sie schon kurz erwähnt: die Definition.
Heute erklären wir, warum sie so wichtig ist und welche Aspekte es zu beachten gibt.

 

Insbesondere bei Fachbegriffen in der Technischen Dokumentation ist es sinnvoll und wichtig, den Einträgen in der Terminologieliste Definitionen hinzuzufügen, um Missverständnissen und Verständnisschwierigkeiten vorzubeugen. Dies ist nicht nur hilfreich für die Übersetzer, sondern auch für alle Mitarbeiter innerhalb Ihres Unternehmens, denn nicht selten stellt sich die Frage, ob eigentlich das Gleiche gemeint ist oder ob wirklich zwei verschiedene Benennungen notwendig sind.
Auch ist eine adäquate Übersetzung in eine oder mehrere Fremdsprachen in der Regel nur möglich, wenn zuvor eine Definition festgelegt wurde.
Alles in allem kommt es durch die Festlegung von Definitionen zu weniger Missverständnissen und Rückfragen und letztlich wird hierdurch auch das Risiko möglicher Fehlbedienungen eingeschränkt.

Definitionsregeln

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Begriff zu definieren. Vor dem Hintergrund des Übersetzungsprozesses eignet sich besonders die Inhaltsdefinition für die mehrsprachige Erfassung von Terminologie. Dies ist eine Definition, die den Oberbegriff nennt und diesen dann mithilfe von bestimmten Merkmalen einschränkt.

Beispiel: Ein Toaster ist ein elektrisches Gerät zum Rösten von Brot.

Unbedingt zu vermeiden sind hierbei sogenannte „Zirkeldefinitionen“. Das sind Definitionen, die den Begriff, der definiert werden soll, in der Erklärung verwenden.

Beispiel: Eine Brotschneidemaschine ist eine Maschine, mit der Brot geschnitten wird.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Definition weder zu eng noch zu weit gefasst ist. Dabei gilt es, die Definition so kurz wie möglich und so lang wie nötig zu halten.

Spezialfall Komposita

Das Deutsche bietet uns die Möglichkeit, durch Kombination zweier oder mehrerer Wörter neue Wörter (sogenannte Komposita) zu bilden. Dies funktioniert natürlich nicht nur mit bestehenden, etablierten Wortkombinationen, sondern auch mit Neuschöpfungen, die spontan gebildet werden.
Für deutsche Muttersprachler ist das ungemein praktisch, aber so manchen Übersetzer haben diese Komposita schon zur Verzweiflung getrieben, denn die Beziehungen der Wortteile eines Kompositums untereinander sind nicht immer gleich motiviert und daher für Nicht-Muttersprachler oft nicht eindeutig erkennbar.

Beispiel:
Brotkorb – Korb für Brot
Weidenkorb – Korb aus Weide

Denken Sie immer daran: Übersetzer sind zwar Sprachexperten, aber sie sind nicht so mit Ihren speziellen Geräteteilen vertraut wie Sie und die deutschen Kombinationsmöglichkeiten sind oft schwer durchschaubar. Mit Definitionen schaffen Sie Klarheit!

[von Susen Blaha]

Praxistipps für Ihren Terminologieleitfaden: Basisinfos für Excel-Listen

Was spuckt unser Terminologie-Toaster heute für Sie aus?
Informationen, die in Ihrer Excel-Terminologieliste enthalten sein
sollten!

 

Damit Ihre Liste im Übersetzungsprozess eingesetzt werden kann, sollten mindestens eine Ausgangssprache und eine (oder mehrere) Zielsprache(n) enthalten sein.
Bauen Sie Ihre Liste so auf, dass jede Zeile einem „Konzept“ entspricht und somit alle Sprachen (inkl. Synonymen und beschreibenden Feldern) nebeneinander angeordnet sind.

Gerade bei Fachbegriffen ist es sinnvoll, eine Definition hinzuzufügen, um Missverständnissen oder Verständnisschwierigkeiten vorzubeugen. Diese Definitionen sind nicht nur hilfreich für die Übersetzer, sondern auch für alle Mitarbeiter innerhalb Ihres Unternehmens (Meinen wir wirklich das Gleiche? Brauchen wir hier zwei verschiedene Benennungen?).

Beschreibende Felder, wie „Status“ oder „Quelle“, können je nach Bedarf und Notwendigkeit hinzugefügt werden. Sie sollten immer rechts von der Benennung stehen, auf die sie sich beziehen.
Erfassen Sie auch „unerwünschte“ Benennungen. Diese können in einem beschreibenden Feld „Status“ z. B. als „verboten“ oder „veraltet“ gekennzeichnet werden. Hierdurch kann im Rahmen der automatischen Terminologieprüfung sichergestellt werden, dass diese Benennungen in der Übersetzung tatsächlich nicht verwendet wurden.

Sobald Sie so eine simple Struktur angelegt haben, können Sie für das nächste Projekt eine Liste befüllen und mit zur Übersetzung geben. Fangen Sie mit den zentralen Fachbegriffen eines Produktes an und beachten Sie, dass die Benennungen so erfasst werden sollten, wie sie später verwendet werden (Schreibweisen für TMS).

[von Susen Blaha]

Praxistipps für Ihren Terminologieleitfaden: Schreibweisen für TMS

Die Festlegung von Terminologie in Form von Listen ist eine sinnvolle Maßnahme, um die Technische Dokumentation und die Kommunikation einheitlicher und effizienter zu gestalten. Damit solche Terminologielisten aber nicht nur in der Technischen Redaktion, sondern auch im Übersetzungsprozess schnell und einfach verwendet werden können, gilt es hierbei allerdings, die eine oder andere Regel zu beachten, damit aus dem Segen kein Fluch wird.

Heute ein wichtiger Tipp zu Schreibweisen:
Erfassen Sie die Wörter in der Form, in der sie später auch verwendet werden sollen.

Die gängigen Translation-Memory-Systeme (TMS) bieten in Verbindung mit einem Terminologieverwaltungssystem die Möglichkeit, dass Einträge aus der Terminologiedatenbank während der Übersetzung angezeigt und direkt in die Übersetzung übernommen werden können.

Effizient wird dieser Vorgang allerdings erst, wenn der Eintrag auch tatsächlich in dieser Form verwendet werden kann. Wenn beispielsweise alle Terminologieeinträge vollständig in Großbuchstaben eingegeben wurden, kann der Übersetzer den Eintrag nicht direkt übernehmen, sondern muss ihn neu eingeben.

Lassen Sie es uns kurz an anhand der Technischen Dokumentation für unseren „CONDOK-Toaster“ erklären:

 

 

 

Screenshot @SDL Trados Studio 2011

 

  • Die Einträge werden so in die Übersetzung übernommen, wie sie zuvor erfasst wurden. In diesem Fall hilft diese Funktion jedoch nicht, da das Wort noch einmal neu (klein) vom Übersetzer eingegeben werden muss. Weiterlesen