Was ein toter Fisch mit Problemfindung zu tun hat

Wenn die Ihnen gelieferten Übersetzungen anfangen zu stinken wie toter Fisch, sollten Sie anfangen, sich langsam mal nach den Ursachen umzusehen. Mein Vorschlag: sich mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen und mögliche Ursachen gemeinsam sammeln und unter die Lupe nehmen. Für dieses Vorgehen eignet sich die originelle Darstellung in einem Ishikawa-Diagramm, auch Fischgrätendiagramm genannt.

Den einzelnen „Hauptgräten“ werden bestimmte Themenbereiche zugeordnet, die möglichen Ursachen in diesem Bereich an die kleinen „Nebengräten“ geschrieben. Ich habe für mein Beispiel der schlechten Übersetzungsdienstleistung vier Themenbereiche gewählt und einige mögliche Ursachen aufgelistet. Dabei beziehen sich die Ursachen rechts der Hauptgräten jeweils auf den Kunden und links auf den Dienstleister. Dabei sei gleich gesagt, dass es kein vollständiges Diagramm ist und andere Zuordnungen natürlich möglich sind.

Fischgrätendiagramm

Der MENSCH

Der Mensch und seine Kommunikationsprobleme mit anderen – Fehlerquelle Nummer eins möchte man fast sagen. Es kann bereits beim Auftrag mit fehlenden Informationen losgehen und sich durch das gesamte Projekt ziehen. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Habe ich unmissverständlich den Umfang, die Art, das Liefermedium, den Liefertermin (ggf. bis hin zur Uhrzeit) und die Zielgruppe kommuniziert?
  • Wurde ich hinsichtlich mehrerer Varianten der Dienstleistung beraten?
  • Wurde alles schriftlich festgehalten, um Missverständnisse zu vermeiden?
  • Bestehen bei mir irgendwelche Unklarheiten, die ich gerne geklärt hätte?
  • Kommunizieren alle Beteiligten in einem angemessenen Ton?

Seien Sie sich im Klaren darüber, dass jede Person Dinge unterschiedlich interpretieren kann und Wahrnehmung auch stark durch persönliche Gefühle beeinflusst wird. Wenn Sie zum Beispiel bei Lieferverzug zum Hörer greifen und jemanden (am besten völlig unbeteiligten) anbrüllen, führt das dann wirklich zum Erfolg? Es könnte auch zu fehlender Motivation beim Bearbeiter führen, sich für Ihre Projekte besonders zu engagieren. Natürlich gibt es hierfür noch viele andere Gründe auf Dienstleisterseite, es ist nur ein schönes Beispiel dafür, wie sich einzelne Punkte hier gegenseitig bedingen.

  • Ist die fehlende Motivation der Mitarbeiter spürbar? Falls ja, welche Gründe könnte es auf meiner Seite und auf Seiten des Dienstleisters geben?

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Heute ist Tag des schlechten Wortspiels

Wenn Ihre Kollegen Sie heute Morgen mit „Hallöchen Popöchen“ begrüßt haben oder man Ihnen „Herzlichen Glühstrumpf“ zum Geburtstag gewünscht hat, könnte es sein, dass sie den Tag des schlechten Wortspiels zelebrieren. Oder Sie haben nur „total witzige“ Kollegen.
Aber statt mit Floskeln wie „Ende Gelände„, „Schittebön“ und „Tschüssikowsky, bis peter“ um sich zu werfen, geben Sie sich beim Kontern doch bitte wenigstens ein bisschen mehr Mühe. Erzählen Sie in der Frühstückspause einen schönen Witz wie „Kommt ein Pferd in den Blumenladen und fragt ‚Hamse ma geritten?‚“ oder „Warum gehen Ameisen nicht in die Kirche? Weil sie Insekten sind.„.
Zugegeben, die Auswahl ist überschaubar – aber im Zweifelsfall können sie ja noch aufs Wortspielmutterland Großbritannien ausweichen:

  • I’m reading a book about anti-gravity. I just can’t put it down.
  • When she told me I was average, she was just being mean.
  • Reading while sunbathing makes you well-red.
  • After working for 24 hours straight he called it a day.
  • Jokes about German sausage are the wurst.
  • Broken pencils are pointless.
  • I tried to catch some fog, but I mist.
  • I did a theatrical performance about puns. It was a play on words.

Und diese Liste der „bad puns“ könnte noch endlos weitergehen. Da englischer Humor stark von Wortspielen geprägt ist, geht zum Bleistift (sorry) bei deutschen Synchronfassungen gerne mal etwas verloren.
Allen (guten) Übersetzern, die sich auch heute wieder stunden- und tagelang den Kopf über gute Wortspielübersetzungen zerbrechen, wünschen wir viel Erfolg und allen anderen viel Spaß am Tag des schlechten Wortspiels und gegen 17 Uhr dann „happy party evening!“ (auch wenn noch gar nicht Tag der schlechten Übersetzung ist).

[von Sandra Bulla]

T9N – Wenn das Translation Team mit Buchstaben spielt…


Ein Leben im Blitzlichtgewitter… das wär nichts für uns, haben wir beim Fotoshooting festgestellt:
„Mein Rücken tut weh!“, „Es ist viel zu heiß hier drin!“, „Ich kann mich nicht NOCH mehr verbiegen!“.

Mit Buchstaben und Zahlen zu jonglieren sind wir ja gewöhnt, also machen wir das mal in 3D – so der Plan.

T9N (T ranslatio N) bot sich da an: Indem wir uns terminologisch bei der Softwarelokalisierung (L10N, G11N, I18N) bedienen, unterstreichen wir mal wieder unseren Übersetzer-Nerd-Status (die Schreibweise dieser Ad-hoc-Bildung beruht auf guter Lesbarkeit).

Nebenwirkungen der Bemühungen: eingefrorenes Lächeln, Krämpfe in allen Fingern und ein fast ausgeschlagener Zahn.

Aber das machen wir doch gerne, um zu zeigen, was uns neben Übersetzungsqualität noch so wichtig ist: viel Spaß bei der Arbeit!