Weiterbildung für Fachübersetzer

Ein professioneller Fachübersetzer muss nicht nur in seinen Arbeitssprachen geübt bleiben und sprachliche Veränderungen verfolgen, sondern auch seine Sachkenntnisse aktuell halten und erweitern. Kostenlose Vorträge und Veranstaltungen an Hochschulen sind eine gute Möglichkeit sich weiterzubilden. Wir stellen zwei aktuelle Möglichkeiten in Hamburg vor.

1. Maritime Nacht an der Technischen Universität Hamburg (TUHH)

icon_moewe_hutAm 30. September von 17 bis 22 Uhr werden an der TUHH viele Vorträge zu maritimen Themen geboten. Diese Veranstaltung ist besonders für Technik-Fachübersetzer interessant.

Drei Beispiele aus den fast 50 Beiträgen:

 

 

Elektrotechnik an Bord: Die Bedeutung nimmt stetig zu
Prof. Dr.-Ing. Günter Ackermann, TU Hamburg, Institut für elektrische Energiesysteme und Automation

Realisierte Beispiele von „Green Shipping“ und Einblicke in Maritim 4.0
Peter Dibowski, Siemens, Process Industries and Drives

Gut geschlürft: Neue Wege zur geräuschlosen Errichtung von Offshore-Windenergieanlagen
Marc Stapelfeldt, TU Hamburg, Institut für Geotechnik und Baubetrieb

Alle Vorträge und weitere Details finden Sie hier: https://www.mat.tuhh.de/veranstaltungen/maritime-nacht/

 

 2. Öffentliche Vorträge an der Universität Hamburg

Tipps für RechtschreibungUnter den öffentlichen Vorträgen an der Universität Hamburg sind auch im Wintersemester 2016/2017 wieder einige für Fachübersetzer interessante Beiträge dabei: von Mehrsprachigkeit über Maschinelles Übersetzen bis Nanotechnologie.

 

 

–> Fachbereich Mehrsprachigkeit/Kultur/Literatur

Sprachen und Identitäten (29.11.2016)
Prof. Dr. Adelheit Hu, Multilingual Learning and Literacies, University of Luxemburg
Aus der Reihe: Interkulturelle Bildung

Die Multilingualität der Literatur aus Zentraleuropa (24.01.2017)
Prof. Dr. Renata Makarska, Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft, Arbeitsbereich Polnisch, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Aus der Reihe: Go East – Go West!

–> Fachbereich Linguistik

Maschinelles Übersetzen und parallele Korpora am Beispiel von Yoruba-Englisch (10.01.2017)
Prof. Dr. Henning Schreiber, Abteilung Afrikanistik und Äthiopistik, Fachbereich Asien-Afrika-Wissenschaften, Universität Hamburg
Aus der Reihe: Empirieformate in der linguistischen Forschung

–> Fachbereich Physik/Technik

Mit (Gold und) brillanten Röntgenstrahlen gegen Krebs – ein neuer Weg zur medizinischen Diagnostik (29.11.2016)
Prof. Dr. Florian Grüner, Fachbereich Physik, Institut für Experimentalphysik, Universität Hamburg
Aus der Reihe: Physik im Alltag

Elektrochemische Speicher: Was kommt nach der Lithium-Ionen-Batterie? (19.10.2016)
Prof. Dr. Michael Fröba, Institut für Anorganische und Angewandte Chemie, Universität Hamburg

Zwei-dimensionale Nanomaterialien für zukünftige Solarzellen (18.01.2017)
PD Dr. Christian Klinke, Institut für Physikalische Chemie, Universität Hamburg und Centrum für Angewandte Nanotechnologie (CAN) GmbH
Aus der Reihe: Materialien und Technologien für die Energiewende

Alle Vorträge und weitere Details finden Sie hier: https://www.aww.uni-hamburg.de/de/oeffentliche-vortraege/programm.html

[vom Translation Team]

Technischer Redakteur & urlaubsreif?

Urlaub Taste

Abb. 1: Urlaubsabflugauslösetaste

Der Sommer und somit die Urlaubszeit ist angebrochen!
Die Hitze bahnt sich ihren Weg in die Büros, man kämpft mit Jalousien und Ventilatoren.
Die Aufmerksamkeitsspanne wird kürzer und die unter Hitzeeinwirkung gebildeten Fachwortkomposita länger.
Aber woran merken Sie als Technischer Redakteur, dass Sie wirklich urlaubsreif sind?

 

Hier ist unsere Top 10 der Anzeichen für Urlaubsreife:

  1. Sie schlagen in der DIN5008 nach, wenn Sie Haftnotizen schreiben
  2. Sie erstellen eine Terminologieliste zum Thema Hitze und Luftfeuchtigkeit
  3. Sie schreiben die Glückwunschkarte für den Chef um, weil die nicht eindeutig genug ist und zu viele nichtssagende Adjektive enthält
  4. Sie strukturieren das Mittagessen neu: vom allgemeinen Brei hin zur Detailerbse
  5. Sie markieren Ihr Essen im Firmenkühlschrank mit <Eigentümer>Mustermann</Eigentümer>
  6. Sie horten leere Sushiboxen, weil die so modular aussehen und bestimmt wiederverwendet werden können
  7. Sie machen sich Sorgen, dass ihr Kommunikationsverhalten beim Mittagessen nicht responsive genug ist
  8. Sie drehen ein Video-Tutorial über das geräuscharme Schließen von Bürotüren und stellen es ins Intranet
  9. Sie nennen Ihre Kollegen in Dita und Cosima um (kann man sich bei der Hitze besser merken)
  10. Sie kategorisieren gedanklich die Gesichtsausdrücke der Kollegen in ACHTUNG, VORSICHT und WARNUNG

Wir wünschen allen Technischen Redakteuren, Kunden, Kollegen & Bloglesern einen schönen Sommerurlaub! 😉

[von Sandra Bulla]

Twitter für Technische Redakteure – #Konferenzen

TwitterTechcommManch Technischer Redakteur fragt sich vermutlich:
Twitter? Wofür brauche ich das?
Wir schlagen Ihnen daher heute ein Anwendungsgebiet vor: Fachkonferenzen!

 

 

 


Verwenden Sie Twitter,

  • um sich über Termine, Programm und kurzfristige Änderungen auf dem Laufenden zu halten
    (–> Folgen Sie den Accounts der Fachkonferenzen)
  • um Tweets zu lesen, die Kollegen auf einer Konferenz versenden
    (–> Verfolgen Sie bestimmte Hashtags)
  • um selbst zu twittern, um andere teilhaben zu lassen
    (–> Versenden Sie Tweets mit bestimmten Hashtags)
  • um neue Kollegen kennenzulernen (netzwerken)
    (–> Folgen Sie Accounts von Kollegen, die Sie über bestimmte Hashtags finden)

Wir haben für Sie Informationen zu 5 Fachkonferenzen (deutsch- und englischsprachig) zusammengestellt:

14.–15. April
tekom-Frühjahrstagung
(Berlin)
Schwerpunktthema: „Die Nutzer mit Intelligenter Information begeistern“
Veranstalter: Gesellschaft für Technische Kommunikation – tekom Deutschland e.V.
Internetseite: http://tagungen.tekom.de/fruehjahrstagung-2016/startseite
Twitter-Account: @tekom
Die tekom verwendet den Hashtag #tekomf16 für die Konferenz.

15.–18. Mai
STC Summit (Anaheim, CA)
Veranstalter: Society for Technical Communication
Internetseite: http://summit.stc.org
Twitter-Account: @stc_org
STC verwendet den Hashtag #stc16 für die Konferenz.

09.–10. Juni
UA Europe – The Conference for Software User Assistance Professionals
(Budapest)
Veranstalter: UA Europe
Internetseite: http://www.uaconference.eu
Twitter-Account: @ua_europe
UA Europe verwendet den Hashtag #uaeurope für die Konferenz.

13.–15. September
TCUK
(Wyboston)
Schwerpunktthema: “From Novice to Expert – Writing Your Career Path as a Technical Communicator”
Veranstalter: ISTC (Institute of Scientific and Technical Communicators)
Internetseite: http://technicalcommunicationuk.com
Twitter-Account: @TCUK_conf  (Konferenz), @ISTC_org (Veranstalter)
ISTC verwendet den Hashtag #tcuk16 für die Konferenz.

08–10. November
tekom-Jahrestagung und tcworld conference
(Stuttgart)
Veranstalter: Gesellschaft für Technische Kommunikation – tekom Deutschland e.V. und tcworld GmbH
Internetseiten: http://tagungen.tekom.de/h16/tekom-jahrestagung-2016/ und http://conferences.tekom.de/tcworld16/tcworld16
Twitter-Accounts: @tekom und @tcworld
tekom und tcworld verwenden die Hashtags #tekom16 und #tcworld16 für die Konferenzen.

Probieren Sie es einfach mal aus, Tweets können Sie auch ohne Account bei Twitter lesen: Geben Sie einen der Hashtags auf www.twitter.com/search ein. Manche Veranstalter zeigen die relevanten Tweets auch auf ihrer Internetseite an.

techcommTwitter_sViel Spaß dabei und wir freuen uns, von vielen neuen twitternden Redakteuren zu lesen 😉 .

[vom Translation Team][Photo by Susen Blaha]

Frohes neues Jahr!

Frohes neues 2016Wir wünschen allen Bloglesern, Mitarbeitern und Kunden ein schönes und erfolgreiches 2016!

 

Wir freuen uns auf

  • die Arbeit mit neuen Teammitgliedern und Kollegen,
  • neue Projekte und neue Fachgebiete,
  • Fachveranstaltungen und Weiterbildung,
  • die Arbeit an neuen Blogartikeln!

 

 

Dienstleister für Projekte im Bereich Übersetzung und Technische Dokumentation gesucht? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf: www.condok-translations.de

 

Übersetzer-ABC

CAT

Warum gibt es eigentlich so viel „CAT Content“ bei Übersetzern? (Auflösung siehe C)

Liebe Blogleser/innen,
wir verabschieden uns von diesem Jahr mit unserem Übersetzer-ABC.

Interessante Blogartikel zu den Themen haben wir am Ende des Artikels verlinkt.

Wir wünschen euch/Ihnen schöne Weihnachten und einen großartigen & heiteren Jahresanfang!

 

 

 

 

  • A wie Ausgangstext (AT). Der Text in einer Ausgangssprache, der in eine Zielsprache übersetzt wird.
  • B wie beglaubigte Übersetzung. Eine beglaubigte Übersetzung wird für den internationalen Rechtsverkehr verwendet (z. B. Urkunden). Sie darf nur von gerichtlich ermächtigten Übersetzern durchgeführt werden und unterliegt besonderen Anforderungen und Vorgaben.
  • C wie Computer-Aided Translation (CAT). Siehe T.
  • D wie Definition. Das A und O guter Terminologiearbeit! Vermeiden sollte man allerdings die Zirkeldefinition (siehe Z).
  • E wie Entlehnung. Eine Form der Benennungsbildung. Bei einer Entlehnung werden Wörter aus einer Sprache in eine andere übernommen.
  • F wie Füllwörter. Wörter wie „einfach“ und „ja“ sind in der Regel unnötig und sollten in Technischer Dokumentation vermieden werden.
  • G wie Gedankenstrich. Darf keinesfalls verwechselt werden mit dem Bindestrich.
  • H wie Hundert-Prozent-Treffer. Zeigt in einem Translation-Memory-System an, dass das Ausgangssegment zuvor schon einmal übersetzt wurde … aber auch Hundert-Prozent-Treffer sind nicht immer 100%ig richtig (Kontext).
  • I wie Inkonsistenz. Inkonsistenzen lassen sich durch gutes Terminologiemanagement minimieren.
  • J wie Jeck. Bei Übersetzungen ist es wichtig, die Sprachvariante der Zielgruppe zu berücksichtigen. Bei Bedienungsanleitungen lautet die Frage oft: „Englisch für die USA oder für Großbritannien?“, „Französisch für Frankreich oder Kanada?“. Bei Werbeslogans kann sogar der Dialekt der jeweiligen Zielgruppe entscheidend sein: „Jede Jeck es anders“, wie der Kölner sagt.
  • K wie Korrekturlesen. Prüfung eines Textes hinsichtlich Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik.
  • L wie Lektorat. Umfasst die formale (vgl. K) und inhaltliche Überprüfung eines Textes.
  • M wie Morphem. Die kleinste bedeutungstragende Spracheinheit.
  • N wie Nominalisierungen. Entstehen zum Beispiel, wenn man aus einem Verb ein Substantiv macht. Nominalisierungen gehen besonders häufig mit bedeutungsschwachen Verben einher, daher sollte man sie in Technischer Dokumentation vermeiden (z. B. Einstellung vornehmen vs. einstellen).
  • O wie Originalbetriebsanleitung. Laut Maschinenrichtlinie müssen die Sprachfassungen, für die der Hersteller (oder sein Bevollmächtigter) die Verantwortung übernimmt, als „Originalbetriebsanleitung“ gekennzeichnet werden.
  • P wie Pseudoübersetzung. Verwenden von Platzhalterzeichen als „Übersetzung“. Dies wird vor allem bei Softwarelokalisierung genutzt, um vor der Übersetzung zu prüfen, ob alle Zeichen richtig dargestellt werden können.
  • Q wie Qualitätssicherung. Im Übersetzungsbereich umfasst die Qualitätssicherung u. a. die sorgfältige Auswahl eines qualifizierten Übersetzers und ein Lektorat des Zieltextes durch einen weiteren qualifizierten Übersetzer.
  • R wie Rückübersetzung. Eine Übersetzung eines bereits übersetzten Textes zurück in die Originalsprache. Eine Methode, die fälschlicherweise auch zur Qualitätssicherung eingesetzt wird, aber so einfach funktioniert Sprache in der Regel nicht.
  • S wie Scheinanglizismus. Sieht englisch aus, hört sich englisch an … hat aber im angelsächsischen Sprachraum eine ganz andere oder schlicht gar keine Bedeutung.
  • T wie Translation Memory. Siehe C.
  • Ue wie Übersetzungsgerechtes Schreiben. Hierbei gilt es, schon bei der Erstellung der Technischen Dokumentation eine spätere Übersetzung zu berücksichtigen. (Dies betrifft u.a. die Konsistenz des Ausgangstextes und bestimmte Vorgaben bei der Gestaltung des Layouts.)
  • V wie Variablen. Textvariablen sollten keinesfalls Text enthalten, der gebeugt werden muss. Lieber nur Produktbezeichnungen wie „XY 2000“ verwenden.
  • W wie Wörter. Die Anzahl der Wörter in einem Text wird zur Berechnung von Preis und Lieferzeit herangezogen. Eine Angabe von Seitenzahlen ist für diese Auskünfte nicht ausreichend.
  • X wie X-te Änderung. Wird der Ausgangstext ständig geändert, während er sich schon in Übersetzung befindet, verursacht das unnötigen Aufwand und führt zu Lieferverzögerungen.
  • Y wie Yard. Nur ein Beispiel für eine ggf. zu lokalisierende Einheit. Bei einer Übersetzung sollte auch geprüft werden, ob z. B. das Maßsystem an das Zielland angepasst werden muss.
  • Z wie Zirkeldefinition. Siehe „C“ und „T“ 😉
    Eine Zirkeldefinition ist eine Definition, die den Begriff, der definiert werden soll, in der Erklärung verwendet.

 Zugehörige Blogartikel:

A: Abkürzungen (AT)
B: Beglaubigungen
C, T, H: CAT, Translation Memory, 100%
D, Z: Definitionen
E, M: Terminologiebildung
F: Füllwörter
G: Gedankenstrich
I: Inkonsistenz
J, U: Zielgruppe, übersetzungsgerechtes Schreiben
K, L: Korrekturlesen
N: Nominalisierung
Q: Qualitätssicherung
S: Scheinanglizismus
V: Variablen
W: Wörter

[vom Translation Team] [Photo by Susen Blaha]

Terminologie, aber wie?

Teil 1: Arten der Terminologiebildung

Nicht jedes Unternehmen ist so gut aufgestellt und verfügt über einen hauseigenen Terminologen. (Lesen Sie hierzu auch über Bonny & die Toasterfabrik.)
Meist müssen Technische Redakteure sich mit den deutschen Fachtermini beschäftigen.

Unsere Toaster-Serie zeigte Ihnen bereits, was Sie bei der Erstellung von Terminologielisten berücksichtigen sollten, was wichtig für Translation-Memory-Systeme ist und dass es einen Verantwortlichen geben sollte.

Aber wie kann eine neue Benennung für ein neues Produkt entstehen? Und was zeichnet eine gute Benennung aus? Der ersten Frage möchten wir heute einmal nachgehen.

Wenn neue Produkte entwickelt oder neue Geräte erfunden werden, müssen diese mit einer Benennung versehen werden. Die Sprachwissenschaft hält verschiedene Methoden der Benennungsbildung bereit. Wir geben ein paar (teils vereinfachte) Beispiele. Und um etwas Sonne in die Vorweihnachtszeit zu bringen, sind hauptsächlich Beispiele aus dem Bereich der Solarenergie dabei 🙂

Bei der Komposition entsteht eine neue Benennung durch Aneinanderreihung von zwei oder mehr Morphemen*: Solar|anlage.

Die Derivation verbindet ein Morphem mit unselbständigen Wortbestandteilen, die z. B. voran- (Präfix) oder nachgestellt (Suffix) sein können: Ver|schatt|ung

Bei der Konversion wird ein Wortstamm oder ein flektiertes (gebeugtes) Wort ohne Veränderung seiner Form in eine andere Wortart überführt:
schweißen (Verb) -> Schweißen (Substantiv)

Als Terminologisierung bzw. Umterminologisierung werden die Fälle bezeichnet, in denen sich die Fachsprache einer Benennung bedient, die in der Gemeinsprache bereits existiert. Die Benennung wird dabei mit einer spezifischen Bedeutung versehen:
Modul, Zelle
Anmerkung: Häufiges Problem hierbei sind auftretende Mehrdeutigkeiten. Bei unseren beiden Beispielen kommt es im Bereich der Solarenergie nicht zu Mehrdeutigkeiten, da die beiden Wörter sehr häufig als Komposition mit „Solar“ verwendet werden (Solarmodul, Solarzelle).

Die Entlehnung findet sprachübergreifend statt. Dabei wird Sprachmaterial aus einer Herkunfts- in die Zielsprache übernommen. Es entstehen Lehnwörter:
Due Diligence, Peakleistung

Bei der Kürzung werden Teile eines bestehenden, meist komplexen Wortes weggelassen. Bei einer Form der Kürzung, der Abkürzung, werden die Anfangsbuchstaben der einzelnen Morpheme, aus denen sich die Benennung zusammensetzt, einzeln geschrieben und ausgesprochen: PV-Anlage

Als Urschöpfung bezeichnet man Benennungen, die nicht aus bereits bestehenden Morphemen hergeleitet sind, sondern lautlich neu gebildet werden. Bekannte allgemeinsprachliche Beispiele sind: simsen, sitt

Dieser sprachwissenschaftlichen Hintergründe ist man sich bei der Terminiologiefindung zwar nicht immer bewusst, sie können – aktiv in den Prozess der Terminologiebildung mit einbezogen – aber dennoch einen Anstoß zu möglichen neuen Benennungen liefern.

Im nächsten Teil dieser Serie zur Terminologiebildung erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl einer guten Benennung für ein neues Produkt ankommt. Nicht verpassen!

* Morphem = kleinste bedeutungstragende Spracheinheit

Vom Translation Team

Lange Nacht des Wissens 2015

HH TranslationAm 7. November ist die „Lange Nacht des Wissens“ in Hamburg. In dieser Nacht können viele Vorträge gehört und Aktionen bestaunt werden.
Die Themen Medizintechnik, Fahrzeugtechnik, Meerestechnik und viele mehr sind vertreten – für Fachübersetzer und Technische Redakteure eine gute Möglichkeit zur Weiterbildung! Wir haben eine kleine Auswahl aus den Bereichen Technik und Sprache für Sie herausgesucht. Der Eintritt ist frei. Das komplette Programm finden Sie unter www.nachtdeswissens.de.

Technik:

  • „Ein Antrieb mit Zukunft: Der Verbrennungsmotor. Mit bewährter Technik in die Zukunft?“ (Prof. Dr.-Ing. W. Thiemann et al., Helmut-Schmidt-Universität)
  • „Automobilentwicklung, die begeistert. Neue Design- und Techniktrends im Fahrzeugbau“ (Prof. Dr.-Ing. D. Adamski et al., Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg)
  • „Lärm im Flugzeug? Wie macht man eine Flugzeugkabine leise?“
    (Prof. Dr.-Ing. W. Gleine, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg)
  • „Wohin guckst Du? Blickbewegungsmessung für Websites“
    (F. Kerkmann, HAW Hamburg | Kunst- und Mediencampus)
  • „Informations- und Kommunikationstechnik der Zukunft: immer kleiner, schneller und energieeffizienter“ (Prof. Dr. R. Wiesendanger, Universität Hamburg – Fachbereich Physik)
  • „Mikroelektronik und Mikrosysteme für die Technik der Zukunft“
    (Prof. H. Kapels et al., Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie – Itzehoe)

Skurrile Highlights:

  • „Bobbycar-Parcours mit höchster Präzision“ (Vermessungsabteilung, DESY)
  • „Geschüttelt, nicht gerührt: James Bond und die Werkstofftechnik“
    (Prof. Dr.-Ing. T. Klassen, Helmut-Schmidt-Universität)
  • „Flugzeug- und Schiffbau-Origami“ (Technische Universität Hamburg-Harburg)

Sprache:

  • „Happy Mist: Stolpersteine der interkulturellen Kommunikation“
    (Prof. Dr. F. Peters, EBC Hochschule)
  • „Falsche Freunde – falsos Amigos“ (J. Sacasa, EBC Hochschule)
  • „Don’t you speak English? Die globale Sprach-Supermacht“
    (S. Horn, FOM Hochschule für Oekonomie Management/Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie VWA)
  • „Computer hören und sprechen – aber verstehen sie auch?“
    (Dr. T. Baumann, Universität Hamburg)
  • „Hamburg Babylon? Forschung über Sprachenvielfalt in der Stadt“ (Universität Hamburg)
  • „Niederdeutsch: zwischen internationaler Geschäftssprache und erinnertem Dialekt“ (Prof. Dr. I. Schröder, Universität Hamburg)

Wir wünschen viel Spaß!

 

Top 3 der beliebtesten Fehler in deutschen Bedienungsanleitungen

Tipps für deutsche TexteMan kann eine Menge falsch machen beim Erstellen einer Bedienungsanleitung:
zu wenig Information, zu kompliziert, zu unübersichtlich, nicht rechtssicher.

Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler sind aber auch nicht zu vernachlässigen. Technische Redakteure sollten beim Erstellen von Technischer Dokumentation auch den Aspekt im Auge behalten, dass Anleitungen meist auch Marketinginstrumente sind. Flüchtigkeitsfehler trüben schnell den Gesamteindruck.

Aber wir haben eine gute Nachricht: Diese Fehler sind leicht vermeidbar!

Beim Lektorat deutscher Texte (und während der Qualitätssicherung von Übersetzungen aus dem Deutschen) fällt uns immer wieder auf, dass bestimmte Fehler sich größerer Beliebtheit erfreuen als andere. Zeit also für eine Top 3 und Tipps, wie Sie diese Fehler vermeiden können!

Platz 3: ß vs. ss

Die Rechtschreibreform von 1996 hat die Regelung hierzu stark vereinfacht. Wer sich also unsicher ist, ob ein Wort mit ss oder ß geschrieben wird, kann sich an den folgenden Regeln orientieren:

  • Nach einem langen Vokal oder einem Diphthong (Doppellaut, z. B. „au“) schreibt man ß: Maße, außen, Straße
  • Nach einem kurzen Vokal schreibt man ss: Masse, dass

Bei der Verwendung von Großbuchstaben wird das ß durch SS ersetzt, da es nach den amtlichen Rechtschreibregeln keinen Großbuchstaben für das ß gibt: AUSSEN, STRASSE

Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Punkte, bei denen häufig Unsicherheit herrscht.

Tipps für RechtschreibungUnser Tipp:
Ein Blick in den Duden, Wahrig oder ein anderes Standardwerk zur deutschen Rechtschreibung wird Klarheit schaffen. Meist gibt es ein eigenes Kapitel zu diesem Thema. Wörter, bei denen Sie immer wieder grübeln müssen, können Sie auch auf einen Zettel schreiben und an den Monitor kleben. Noch besser: Malen Sie kleine Bildchen dazu, denn je emotionaler Sie sich mit einem Fehler beschäftigen, desto besser können Sie ihn sich merken.

Platz 2: Anführungszeichen

Das komplette Regelwerk in Sachen Anführungszeichen würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, daher möchten wir nur auf ein paar wichtige Punkte bei der Verwendung hinweisen.

  • Im Deutschen gibt es öffnende und schließende Anführungszeichen. Die öffnenden Anführungszeichen stehen immer unten, die schließenden immer oben.
  • Es gibt gerade und typografische Anführungszeichen („Gänsefüßchen“). Beide sind gängig, sollten aber innerhalb eines Textes nicht gemischt werden.

Anführungszeichen werden u. a. in folgenden Fällen verwendet:

  • Wörtlich wiedergegebene Äußerungen/Zitate
  • Hervorhebung von Wörtern oder Wortgruppen, über die man eine Aussage machen will
  • Ironische Hervorhebungen

Tipps für RechtschreibungUnser Tipp:
Achten Sie vor allem beim Zusammenkopieren aus verschiedenen Quellen darauf, dass nicht verschiedene Arten von Anführungszeichen verwendet werden. Fügen Sie z. B. den kopierten Text ohne Formatierung in den bestehenden ein.

 

 

 

Platz 1: Bindestrich vs. Gedankenstrich

Sehr häufig werden der Bindestrich und der Gedankenstrich verwechselt. Doch diese beiden Zeichen sehen nicht nur unterschiedlich aus, sie werden auch unterschiedlich verwendet:

Der Bindestrich “ ist ein sogenannter Viertelgeviertstrich. Er wird u. a. verwendet, um

  • mehrteilige Wortgruppen zu verbinden – insbesondere, wenn die Zusammensetzung unübersichtlich ist (Mehrzweck-Küchenmaschine),
  • einzelne Bestandteile in Zusammensetzungen hervorzuheben,
  • Wörter am Zeilenende zu trennen
  • bei der Zusammenfassung mehrerer Wörter Wortteile einzusparen (Groß- und Kleinschreibung)

Der Gedankenstrich dagegen „“ ist ein Halbgeviertstrich und damit doppelt so lang wie der Bindestrich. Er wird u. a. verwendet, um

  • eine deutliche Sprech- oder Denkpause zu kennzeichnen,
  • Appositionen, Einschübe oder Nachträge deutlich vom übrigen Text abzugrenzen
  • eine Auslassung (Ellipse) zu kennzeichnen.

In dieser Funktion können an seiner Stelle häufig auch Kommas oder Klammern stehen.

Weiterhin wird der Halbgeviertstrich auch als Bis-Strich und als Streckenstrich verwendet:

Mo.–Fr. 8:00–17:00 Uhr
Kiel – Hamburg – Koblenz

Tipps für RechtschreibungUnser Tipp:
Suchen Sie nach Texterstellung im Dokument nach der Kombination Leerschritt/Bindestrich/Leerschritt. Die Fundstellen können Sie dann über einem Klick auf „Ersetzen“ schnell in einen Gedankenstrich ändern (im Feld „Ersetzen“ die Tastenkombination ALT+0150 drücken und die Leerschritte davor und danach nicht vergessen).

 

 

Haben Sie schon bei sich selbst beobachtet, dass Sie immer wieder die gleichen Fehler machen? Lassen Sie uns wissen, was Ihre Top 3 sind! (Vielleicht haben wir ja noch einen guten Tipp für Sie.)

[von Susen Blaha und Sandra Bulla]

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